27.09.2016  Verfasst von Ekkart Kleinod, Fraunhofer FOKUS

„IoT ist doch kein Government-Thema“

Drohnen, die Pakete auf dem Balkon abstellen, Krankenkassen die uns saftige Rabatte dafür anbieten, dass sie unsere Vitaldaten per Smart Watch streamen dürfen und Autos, die selbst den schnellsten Weg von A nach B finden – IoT kann alltägliche Abläufe auf vielfältige Weise vereinfachen. Aber ist alles, was technisch möglich und wirtschaftlich einträglich ist, auch gesellschaftlich wünschenswert? Welchen Nutzen und welche Risiken bringt das Internet der Dinge mit sich? Was passiert mit den Daten? Kann der Staat vielleicht selbst IoT nutzen? Welche Daten sollte der Staat bereitstellen? Und wo sollte er regulieren oder sogar selbst reguliert werden?

IoT ist also doch ein Government-Thema. Vielleicht ist es bisher eher in privaten und wirtschaftlichen Bereichen spürbar, doch die Wirkungen betreffen uns alle. Sowohl die positiven, wie die vielen Informationsangebote und Dienstleistungen, die auf IoT aufbauen, als auch die negativen. Denn, je mehr Daten gesammelt und miteinander verknüpft werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass hiervon auch unser Recht auf Datensouveränität und informationelle Selbstbestimmtheit betroffen ist.

Der Datenschutz ist aber längst nicht die einzige Herausforderung, die das Internet of Things an die öffentliche Hand stellt. Wenn überall neue Anwendungen aufploppen, Technologien und Produkte heiß miteinander konkurrieren, stellt sich auch die Frage nach der Interoperabilität der verschiedenen Angebote. Oft entstehen die Mehrwerte erst durch die Verbindung verschiedener Systeme. Welche Infrastrukturen muss das Gemeinwesen bereitstellen, welche Standardisierungsaktivitäten anregen oder fördern? Smart Cities werden nicht ohne Chefarchitekten auskommen.

Und nicht zuletzt kann man fragen, ob der Staat nicht selbst IoT nutzen kann, um seine eigenen Prozesse zu verbessern. Ist es möglich Brücken und Straßen mit Sensorik auszustatten, um akute Gefahren rechtzeitig zu erkennen und automatisiert an die richtigen Stellen weiter zu leiten? Brauchen wir ein intelligentes Parkraum-Management von Staats wegen oder brauchen wir „nur“ die entsprechenden Daten als Open-Data? Und wie kann IoT helfen, die großen Lasten von Prüfaufgaben des Staates und Meldepflichten von Unternehmen zu automatisieren und damit Kosten einzusparen?

IoT ist ein vielseitiges Government-Thema. Interessierten sei zur Vorbereitung auf das Barcamp das Whitepaper Public IoT – Das Internet der Dinge im öffentlichen Raum im neuen Browserfenster öffnen) von Fraunhofer FOKUS ans Herz gelegt.