Session: Die richtige Auswahl von Funktechnologien

Sessiongeber / Eckdaten

Namen Sessiongeber: Lyn Matten
Twitter: @LynM
Webseite: mm1.de / mm1-technologie.de
Art der Veranstaltung: Vortrag
Teilnehmerzahl: 15
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Thema der Session ist die Auswahl der passenden Funktechnologie für IoT-Anwendungen.

Es ist davon auszugehen, dass die Anzahl der vernetzen Geräte steigen wird. Die meisten dieser Geräte (schätzungsweise 80 Prozent) werden drahtlos angebunden werden.

Luft und Wasser stellen unterschiedliche physikalische Rahmenbedingungen dar. Dies wirkt sich auch auf die Datenübertragung aus. Funk ist damit ein komplett anderes Medium als Kabel und hat andere physikalische Voraussetzungen.

Es gibt bisher keine universelle drahtlose Übertragung, wie dies beispielsweise im analogen Bereich der Fall ist, sondern verschiedene Wege, z. B. Wifi, Bluetooth und NFC.

Die drahtlose digitale Übertragung hat dabei einige Eigenheiten, z. B.:

  • unterschiedliche Frequenzbänder
  • länderspezifische Regulierungen der Frequenzen
  • unterschiedliche, in der Regel nicht kompatible Protokolle
  • Kurzfristige Nichterreichbarkeit ist der Standard.
  • Frequenzen sind länderspezifisch und stark fragmentiert. Innerhalb der EU sind viele Frequenzen, aber nicht alle, harmonisiert.

Um Funktechnologie effizient einzusetzen, braucht es andere Maßnahmen. Es geht nicht in erster Linie um Technologie, sondern um strategische Business-Entscheidungen.

Dabei geht es auch um User-Stories. Diese müssen an erster Stelle stehen. Erst danach kommt die Frage nach der Anbindung und der Technologie. Oder anders gesagt: Erst kommt die Frage „Was will ich und wozu will ich es?“ Im Anschluss folgt die Auseinandersetzung mit der Technik.

Bei der Auswahl der Funktechnologie werden Richtungsentscheidungen getroffen: Welche Reichweite, welche Integration ist möglich, welche Plattform möchte man unterstützen?

Dabei gibt es drei wesentliche Dimensionen:

  • Time to market: Wie lange dauert die Umsetzung? Eigene Umsetzung oder externe Vergabe?
  • Budget: Was kosten mich die Entwicklung und die Produktionsanteile?
  • Kompetenz: Habe ich überhaupt die Kompetenz im Unternehmen? Gibt es am Markt Unterstützung?

User Stories sind dann das Fundament einer jeden Anforderungsanalyse, z. B. müssen folgende Fragen beantwortet werden:

  • Werden einmal am Tag oder mehrmals am Tag Daten versendet?
  • Nur regional oder globaler Markt?
  • Modularer Produktansatz oder austauschbar?

Zunächst müssen deshalb die User-Stories gut analysiert und dokumentiert werden. Daraus lässt sich sodann der technologische Weg ableiten – nicht umgekehrt.

Es gibt allerdings keine Standardanforderung. Demzufolge kann es aber auch keine Standardlösung geben, wie die folgenden Beispiele verdeutlichen:

  • Multimedia Streaming (hohe Datenrate)
  • Lichtsteuerung (geringe Datenmenge)
  • Sicherheitslösung (geringe Daten, aber hohe Reichweite)

Daraus folgt die Überlegung nach den Anforderungen an ein Produkt. Diese sind je Unternehmen und je Produkt individuell hinsichtlich

  • Technologie
  • Kosten
  • Business

Vielfalt und unscharfe Nutzung der Begriffe erschwert zudem die Auswahl von Funktechnologien und kann zu Verwirrungen führen. Dies macht es oft auch schwierig, sich fachlich auszutauschen. Probleme gibt es beispielsweise auch auf Fachmessen, da selbst dort Begriffe falsch bzw. unterschiedliche verwendet werden.

Die Integration von Funktechnologie kann auf mehreren Ebenen passieren. Als Basis dient eine Funkhardware und ein Treiber. Hierbei spielen Aufwand und Kosten eine große Rolle.

Wichtig ist außerdem:

  • Beratung durch Experten
  • Priorisierung
  • Verwendung eindeutiger Kriterien und Gewichtung der Anforderungen