Session: IoT im Alltag

Sessiongeber / Eckdaten

Namen Sessiongeber: Salvatore Pascal Zacheddu
Twitter: @telefonica_de
Websites: www.telefonica.de

Art der Veranstaltung: Vortrag & Diskussion
Teilnehmerzahl: 35
Protokoll: Tanja Laub

Verlauf / Inhalte der Session

  • Ausgangslage (Um was geht es in der Session?): Salvatore Zacheddu stellt aktuelle und zukünftige IoT Einsatzmöglichkeiten im Alltag vor.
  • Fragen (Welche Fragen / Probleme gibt es)? Teilnehmer fragen sich, ob und wie IoT bereits genutzt wird.

Sessiongeber Salvatore Zacheddu betreut die Planung von M2M und IoT für Telefonica.

Anhand eines Rollenspiels mit einem Teilnehmer stellt er zunächst die heute schon möglichen und zukünftigen Einsatzmöglichkeiten von IoT im Alltag dar.

Das Szenario: Person A und Person B verabreden sich für einen Stadionbesuch am nächsten Tag.

Tagesablauf im Smart Home

  • Der Wecker ist auf 08:00 Uhr gestellt, aber weckt Person A bereits um 07:30 Uhr. Denn das Smartphone hat einen Stau festgestellt und weckt daher die Person früher. Mehr als 73 % der deutschen Bundesbürger nutzen das Smartphone bereits als Wecker.
  • Im Bad passt sich die Beleuchtung automatisch an Person A an, da sie das Bad morgens noch nicht so hell möchte. Bei Person B würde die Beleuchtung heller. Denn das Smart Home passt sich an automatisch an die Vorlieben der Person, die sich im jeweiligen Raum befindet an.
  • Die wichtigsten Nachrichten und Termine des Tages werden im Spiegel angezeigt.
  • In der Küche scannt der Kühlschrank mit großem Display automatisch die Produkte im Inneren und informiert darüber, welche Produkte bald ablaufen oder nachbestellt werden müssen. Person A kann über Sprachsteuerung die gewünschten Lebensmittel nachbestellen. Die Bezahlung erfolgt über mobile Payment.
  • Die Fahrt zum Stadion erfolgt mit einem smartem eCar von Tesla. Das Auto wurde abfahrbereit aufgeladen und weiß bereits durch den Kontakt zum Smartphone, wohin die Fahrt führen soll. Zukünftig werden Fahrten immer mehr ohne menschliches Zutun stattfinden.
  • Der Sitz im Auto wird auf Person A eingestellt. Das Autoradio spielt die Lieblingsmusik. Die schnellste Route wird vom Fahrzeug bestimmt. Außerdem recherchiert das Fahrzeug mögliche Parkplätze und reserviert bereits vorab bereits einen Parkplatz am Zielort. Diese Vorab-Reservierungen von Parkplätzen werden aufgrund des Platzmangels in Großstädten eine der wichtigsten Funktionen der zukünftigen Smart City werden.
  • Nach dem Treffen im Stadion fährt das eCar auf dem schnellsten Weg zurück nach Hause. Dort angekommen, findet Person A den Einkauf vom Morgen bereits vor der Haustür vor.
  • Zukünftig wird es vor jeder Haustür nicht nur einen Briefkasten, sondern auch einen Paketkasten geben. Diese gibt es auch in einer Kühl-Variante für Lebensmittellieferungen. Auslieferungsfahrer können diese mit ihrem Smartphone öffnen und das Paket abliefern. Der Paketkasten kann das Gewicht des Pakets messen und so abschätzen, ob das gelieferte Paket mit der Bestellung übereinstimmt.
  • Anhand eines solchen Paketkasten werden drei wichtige Komponenten für IoT deutlich:
    • Konnektivität
    • M2M-Plattform
    • Software-Plattform für Data-Analytics zur Übergabe der Infos an den Kunden

IoT übernimmt immer mehr Funktionen im Alltag. Alles basiert auf der Konnektivität über Simkarten.

Aktuell befinden wir uns noch in der Findungsphase: Wo kann man was wie andocken?

Auch die SIM-Karten ändern sich. In den aktuellen Telefonica SIM-Karten arbeiten bereits M2M-Lösungen im Hintergrund

Diskussion und Fragen:

  • Wer nutzt bereits Smart Home Lösungen? Welche Probleme gibt es?
    Der Teilnehmer des Rollenspiels nutzt bereits die Kopplung von Staumeldungen und Terminen, damit er frühzeitig informiert wird, wenn ein Stau auf dem Weg zum nächsten Termin ansteht.
  • All diese Lösungen sind nicht die Zukunft, sondern bereits heute existent. Aber was sind die Herausforderungen heute, dass dies alles noch nicht so verbreitet ist?
    Es gibt unzählige Plattformen, die noch nicht alle ineinander greifen. Eine gemeinsame Plattform und ein gemeinsamer Standard müssen für die Zukunft definiert werden.
  • Problem beim Hausbau eines Smart Homes: Wer ist der Experte, der alle Funktionen zusammenbringen kann? Nutze ich alle Systeme einzeln und wende mich an einzelne Experten oder verknüpfe ich alles zusammen zu einem System?
  • Problematisch ist auch die Frage, wo Daten gespeichert werden? In der Cloud oder auf dem Server? In der privaten Cloud oder einer Cloud der großen Anbieter?
  • Auch die pauschale Kostennennung ist schwierig, da die Kosten für IoT im Alltag von vielen Faktoren abhängen.
  • Frage als Verbraucher: Will man später wirklich 500 SIM-Karten-Verträge haben, um alle Services zu nutzen? Gibt es hier keine Sammelverträge?
    Telefonica denkt, dass es zukünftig keine Einzelchips mehr geben wird, sondern die Chips bereits im Gerät integriert sein werden. Aktuell läuft alles über Telefonnummern, zukünftig sollen aber alle Service zusammengefasst werden und nicht mehr über SIM-Karten laufen. Zukünftig wird es vermutlich eher eine pauschale Servicezahlung geben.
  • Trendvermutung: Zukünftig kauft man keine Waschmaschinen mehr, sondern zahlt über „Pay per Use" und die Hersteller liefern das Waschmittel gleich mit.
  • Unternehmen gehen immer mehr in Richtung Pay per Use. Aber möchte dies der Kunde auch?
  • Wenn die Waschmaschine zukünftig WLAN-Dienste zur Bestellung nutzen soll, dann müssen Hersteller auch die Infrastruktur für das Internet zur Verfügung stellen.
  • Smart-Home-Services werden aktuell immer häufiger von Herstellern zur Verfügung gestellt. Ziel ist die Nutzung von Daten, die zur Entwicklung neuer Produkte dienen. Die Kunden nutzen die Smart-Home-Produkte dadurch zunächst kostenlos.
  • Es gibt einen Konsens unter den Teilnehmern darüber, dass verschiedene Dateninseln verknüpft und eine gemeinsame Plattform geschaffen werden muss. Daran fehlt es oft noch.
  • Frage: Warum sollte man Smart Home nutzen? Welche Vorteile und Nutzen haben die User davon?
  • Die Kunden werden zukünftig nicht mehr zwischen Anbietern unterscheiden. Für sie ist die Lösung, aber nicht der einzelne Anbieter von Interesse.
  • Die Akzeptanz von IoT ist auch ein Henne-Ei-Problem: Wie bekommt man nicht technik- bzw. internetaffine Personen zur Nutzung von Smart Home Lösungen?

Thema Paketkästen

  • Ein Paketkasten hat immer mehrere Fächer. Diese sind nicht fest zugeordnet, sondern variieren nach Paketgröße und können dem Kunden bei Lieferung individuell zugeordnet werden.
  • Die Nichtzustellung von Paketen kostet die Logistikunternehmen große zweistellige Millionenbeträge pro Jahr. Die Unternehmen haben daher selbst ein großes Interesse daran, Pakete direkt beim ersten Mal zuzustellen und diese nicht mehr in einer Paketstation abgeben zu müssen. Auch die Retoure der Kunden kann dann über die Paketbox erfolgen.
  • Das größte Problem in den Städten ist der immer stärker werdende Verkehr – auch, da viele Personen im Internet bestellen. Paketkästen schaffen auch hier Lösungen.
  • Die Kunden möchten keine 5 Pakete von unterschiedlichen Dienstleistern erhalten, sondern, dass alle Pakete vom gleichen Unternehmen kommen. Der Umweltgedanke spielt dabei eine wichtige Rolle.
  • Wie kann eine Lösung aussehen, bei der die letzte Meile des Pakettransports zusammengefasst wird?
    Beim Paketkasten wäre auch ein Third-Party-Modell möglich.
  • Problem: Heute dürfen viele Läden nur Pakete von einem Dienstleister annehmen. Es besteht häufig Exklusivität und das Ausschließlichkeitsprinzip. Es ist fraglich, ob ein Paketkasten dieses Problem lösen kann und inwiefern Lieferunternehmen bereits sind, dort mitspielen. Es wird vermutet, dass eher die großen Player wie Amazon hier Druck ausüben müssen.