Sessiondokumentation

Session:
Consumer Centric IoT

Sessiongeber / Eckdaten
Sessiontitel: Do We Have to Go back to Kindergarten to Make Consumer-IoT Successful?
Sessiongeber: Gerrit Seidel, Telefónica Germany Next GmbH

Twitter: @gerritseidel
Websites: next.telefonica.de
Art der Veranstaltung: Vortrag mit Diskussion
Teilnehmerzahl: 20
Protokoll: Beate Mader

Dokumentation

Gerrit Seidel von der Telefónica Germany Next GmbH stellte als Einstieg in seine Session die Frage: “Sollten wir zurück in den Kindergarten gehen?” Die Teilnehmer diskutierten dann, welche Erfahrungen aus dem Kindergarten bei ihnen „hängen geblieben“ sind. Was haben sie gelernt? Was hat sie nachhaltig geprägt? So wurden verschiedene Erfahrungen geteilt, z. B. wie beim gemeinsamen Essen im Kindergarten selbst Spinatessen leichter wurde. So gab es im Kindergarten einerseits eine Art Gruppenzwang. Gleichzeitig hat aber auch das gemeinsame Spielen mehr Spaß gemacht. Geteilte Freude ist schließlich doppelte Freude. Auch haben Teilnehmer im Kindergarten bereits gelernt, dass Streiten weh tut und sich weniger lohnt, das Entdecken aber hingegen großen Spaß bereitet. So kristallisierten sich verschiedene Begriffe und Erfahrungen heraus, die alle Teilnehmer mit ihrer Kindergartenzeit verbunden haben. Diese waren insbesondere:

  • Teilen
  • Entdecken
  • Respekt
  • Fokussieren
  • Danke & Bitte sagen

Nach diesem Einstieg mit dem Thema „Kindergarten“ spannte Gerrit Seidel den Bogen zum Thema Internet of Things:

IoT ist ein riesiger Wachstumsmarkt. Prognosen gehen davon aus, dass es bis 2020 bereits 50 Millionen Devices und bis 2025 Investitionen in Höhe von 3 Billionen US-Dollar geben wird.

Schon heute gibt es in fast allen Lebensbereichen Internet of Things Anwendungen. Auffällig ist jedoch die bisher sehr hohe Absprungrate bei IoT Devices und Anwendungen.  Insbesondere bei sogenannten Wearables, wie zum Beispiel Fitness-Armbänder, ist die Absprungrate sehr hoch: Bereits wenige Tage nach dem Kauf bzw. der Erstbenutzung liegt die Absprungrate schon bei 25 % und innerhalb des ersten Monats legen fast 75 % der Nutzer das Wearable wieder ab und nutzen es nicht mehr. Bedenkt man, dass die Anwendungen und Geräte nicht gerade günstig sind – sie kosten teilweise 100 Euro und mehr – verwundert diese hohe Absprungrate sehr.

Eine mögliche Erklärung sieht Gerrit Seidel darin, dass die Funktionalität der Wearables eingeschränkt ist und sich dem durchschnittlichen Nutzer nicht unmittelbar erschließt. Die Devices sammeln bisher nur Daten in einem bestimmten Bereich. Deshalb kommen die entsprechenden Endgeräte auch nur in diesem Bereich zum Einsatz. Für jede Datenabfrage aus einem anderen Bereich wird entsprechend ein neues Gerät benötigt. Zudem werden die Daten nicht mit anderen Anwendungen verknüpft und zweitverwertet.

Eine weitere Ursache, warum IoT noch nicht umfangreicher im Alltag verwendet wird, kann auch an der langen Wertschöpfungskette liegen. Gerrit Seidel sieht die vielen Akteure bzw. Komponenten bei IoT Anwendungen als Herausforderung: Zunächst benötige man die Hardware, die die Daten sammelt. Diese Daten müssen dann über einen Netzanbieter transportiert werden. Danach können die Daten übersetzt und ausgewertet werden. Dies verursacht zusätzliche Kosten. Zudem fehlt es oft an Schnittstellen und Standards für Daten. So können einzelne Schritte bei IoT-Anwendungen, z. B. beim Datentransfer, nur durch externe Dienstleister realisiert werden. Auch bei der Datenübersetzung fehlt oft die Kompetenz, wodurch die Datenauswertung teurer wird.

An dieser Schwachstelle setzt die von der Telefónica Germany Next GmbH entwickelte Plattform Geeny an. Sie konzentriert sich auf Kernkompetenzen und nutzt das Potential der Wertschöpfungskette aus. Telefónica bezeichnet Geeny als ein „Consumer Centric IoT Ecosystem“. Hier entscheidet der Nutzer, welche Daten er – geschützt und sicher – welchen Anwendungen zur Verfügung stellen möchte.

Unterschiedliche Devices und Anwendungen liefern die vom Nutzer freigegebenen Daten an Geeny. Gleichzeitig können Applikationen auf die für sie freigegebenen Daten zugreifen und in nutzbare Informationen auch in einem anderen Kontext übersetzten.

Geeny bietet offene Schnittstellen für Entwickler und soll sich leicht in bestehende Systeme einbinden lassen. Ziel ist es, eine Plattform zu schaffen, die viele Bedürfnisse im Umgang und bei der Anwendung von IoT-Diensten beantworten kann.

An dieser Stelle spannt Gerrit Seidel den Bogen zum Einstieg mit den Kindergarten-Kompetenzen: Über Geeny soll Nutzern der respektvolle Umgang mit ihren Daten ermöglicht werden. Freigegebene Informationen können geteilt werden. Gleichzeitig können Nutzer einerseits Neues entdecken, sich andererseits aber auch auf Relevantes fokussieren.

Zum Abschluss der Session diskutierten die Teilnehmer gemeinsam, inwiefern aktuelle Geschäftsmodelle für IoT noch zeitgemäß sind. Einig waren sich die Teilnehmer auch darin, dass Open Source Standards elementar für die Zukunft von IoT sind.

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